Warum wir uns für eine freie Trauung entschieden haben..

Es was zauberschön…

Der letzte Sommer war so unglaublich besonders für mich. 2 Jahre nach meinen ultraromantischen Heiratsantrag in Venedig, haben mein Mann und ich uns vor unseren wichtigsten Menschen das Ja-Wort gegeben.
Zuerst standesamtlich im kleinsten Kreis und eine Woche später mit einer perfekten, freien Trauung bei Sonnenschein, unzähligen Gänsehautmomenten und Liebe pur von allen Seiten.

Warum haben wir uns für eine freie Trauung entschieden?
Das Thema Hochzeit war für mich bis zur Hochzeit unserer Freunde Sabrina und Regis überhaupt nicht präsent. Klar wollte ich mal heiraten. Aber wie und wo? Darüber hatte ich mir bis dato kaum Gedanken gemacht.
Umso mehr ich mich aber zwangsläufig mit dem Thema Hochzeit beschäftigte.. die Hochzeiten im Freundes- und Bekanntenkreis wurden immer mehr…. war klar: wenn es soweit ist, dann wollen wir uns in einer freien Trauung unser Versprechen geben. Das Thema Kirche spielt in unserem Leben eine zu geringe Rolle um am Hochzeitstag dort zu feiern und sich den Segen „abzuholen“.

Bei einigen Freunden gab es außerdem bei der Planung der kirchlichen Trauung kleinere oder größere Hürden zu bewältigen:

– Die Terminfindung mit der Kirche war schwierig und es war nicht einfach, diese mit der restlichen Feier zu koordinieren

– Die Kirche war voll  besetzt bis auf den letzten Platz. Grundsätzlich finde ich die Regelung toll dass jeder in der Kirche willkommen ist. Aber nicht unbedingt wenn es um so private und emotionale Momente geht. Hier finde ich es wichtig, dass nur ausgewählte Gäste dabei sind.

– Die Kirche war wunderschön, aber lange stand nicht fest, welcher Pfarrer die Trauung durchführen wird. 

– Man hat bei kirchlichen Trauungen nicht immer die Möglichkeit, sich seinen Pfarrer „auszusuchen“. Ich finde Sympathie und Feinfühligkeit bei einem so emotionalen Moment unglaublich wichtig.

– Bei der Planung der Trauung standen „nur“ biblische Texte zur Auswahl. Ausserdem waren keine englischsprachigen Lieder erwünscht. Manche Pfarrer sind von der alten Schule und erlauben nur bestimmte Inhalte während der kirchlichen Trauung.

– Die beste Freundin war aus der Kirche ausgetreten und konnte somit das Amt der Trauzeugin nicht übernehmen. Vor allem die katholische Kirche erlaubt nur katholische Trauzeugen.

– Das Paar hatte einen Lieblingspfarrer der in einer anderen Stadt lebte und konnte die Trauung nicht übernehmen. (Ein Pfarrer darf streng genommen nur in seinem „Gebiet“ trauen und hat nur dort Ortsrecht. Möchte man zB. an seiner ausgewählten Hochzeitslocation kirchlich von einem bestimmten Pfarrer getraut werden, ist das nicht immer möglich und hängt von dem ortsansässigen Pfarrer und der Genehmigungen der Kirche ab.)

All dies sind meine Erfahrungen und die meiner Freunde und Bekannten. Vielleicht habt Ihr ja andere Erfahrungen gemacht?
Bei meinen freien Trauungen hingegen gibt es absolut keine Regeln. Das Brautpaar bestimmt die Dauer der Zeremonie, die Inhalte, die Uhrzeit und den Ort. Und was nicht passt, wird passend gemacht.

Wir haben für unsere Hochzeit ein Thema ausgesucht, dass sich durch den gesamten Tag zog und sich in Einladung, Trauung, Lesung und sogar der Location wiederfand. Unsere Zeremonie leitete mein Onkel Frank. Es hätte nicht schöner sein können. Gemeinsam mit Ihm habe ich das Konzept für unsere freie Trauung erstellt. Texte und Rituale ausgesucht, in Erinnerungen unserer Beziehung gekramt und die schönsten, wichtigsten und lustigsten Momente und Stationen unseres gemeinsamen Lebens in die Zeremonie eingebaut. Platz gelassen für Überraschungen für meinen Mann und mich die unsere Freunde vortrugen, Songs für unsere Musiker ausgesucht und wir legten fest, dass alles erlaubt sein sollte und wirklich alles frei und locker ablaufen sollte.
Und genauso war es dann. Die Gäste haben sich darauf eingelassen, die Stimmung angenommen und unsere Feier spontan mitgestaltet. Das war für uns so unglaublich besonders!
Es gab zum Beispiel einen spontanen und mitreißenden Applaus in einem sehr emotionalen und ruhigen Moment. Angeführt von einem Freund unter unseren Gästen, der mit seinen knapp 3 Jahren genau spürte, dass dieser Moment besonders war. Und alle waren noch mehr gerührt!
Franks Rede wurde von einigen Gästen durch kurze Einwürfe und Erzählungen über uns ergänzt. Dies sorgte wie Ihr Euch vorstellen könnt für Freuden- und Lachtränen. Und genauso soll es sein.

Frank ist ein toller Redner und hat genau den Witz, die Emotion und Stimmung in unsere Trauung gebracht, die wir uns gewünscht haben. Mein Mann und ich wussten einfach, dass die Chemie zwischen uns stimmt. Daher war er für uns die perfekte Wahl für diesen einmaligen Tag.

Ihr solltet Euch bei der Wahl Eures Redners auch auf Euer Bauchgefühl verlassen. Entweder es passt, oder eben nicht. Vielleicht passt es ja mit mir… lasst es uns ausprobieren.

Auch Kirche ist schön! Ich habe auch schon traumhafte, kirchliche Trauungen erlebt und will keine davon schlecht reden. Die Kirche hat mit Ihren Werten, der Stimmung, dem Klang und dem typischen Geruch den ich so gerne mag einen unvergleichlichen Zauber. Wenn Ihr gläubig seid heiratet unbedingt kirchlich. Vielleicht gibt’s bei Euch ja gar keine Hürden. Für mich persönlich sind freie Zeremonien das Nonplusultra und ich freue mich auf viele, glückliche Brautpaare.

Ich lehne mich jetzt zurück und träume von unserem großen Tag. Schade dass er schon vorbei ist… Eurer liegt noch vor Euch? Macht ihn besonders! 

Euer Fräulein Feierlich 

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